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Dienstag, 07. Februar 2012

Spezialpflege

Betreuung und Förderung von Menschen mit Hirnschädigungen
Die Spezialpflege betreut erwachsene Personen mit schweren erworbenen Hirn-schädigungen, die der Rehabilitationsphase F und den Pflegestufen II, III oder Sonderpflege- sätzen zugeordnet sind sowie atemgelähmte Bewohner.

Ursachen für Hirnschädigungen können beispielsweise ein unfallbedingtes Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutungen oder ein Hirntumor sein.

Meist sind bei unseren Bewohnern die körperlichen, motorischen und/oder auch sensorischen Leistungen eingeschränkt. Mit einer individuellen Pflege erfüllen wir hier dauerhaft den rehabilitativen Anspruch, so viel als möglich Aktivität und Mobilität trotz Grunderkrankung zu erzielen.

Besonderes Augenmerk in der Spezialpflege legen wir auf eine erweiterte Behandlungspflege. In den speziellen Bereichen wie Überwachung der Atmung oder Pflege und Ernährung sind Pflegefachkräfte mit speziellen Kenntnissen und Fähigkeiten tätig. Diese professionelle Pflege stellen wir durch interne und externe Ausbildung sowie Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen unserer Mitarbeiter sicher. Auch Einflüsse aus der Pflegewissenschaft und Pflegeforschung kommen zum Tragen.

Die Beratung, Anleitung und Einbindung von Angehörigen und Bezugspersonen ist weiterer wichtiger Bestandteil unseres Spezialpflegekonzeptes.

Unsere Pflegekräfte setzen unter anderen nachfolgende Konzepte ein:


Basale Stimulation

Zielsetzung: Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit durch atemstimulierende und rhythmische Einreibungen, belebende oder beruhigende Ganz- und Teilwaschungen, orale Stimulation mit Geschmacksticks, Aromatherapien und Umfeldgestaltung nach basalen Gesichtspunkten.

Pflegetherapie nach Bobath

Zielsetzung: Anbahnung normaler Haltungs- und Bewegungsreaktionen z.B. durch Seiten- und Bauchlagerungen, Lagerung im Sitzen und Stehen, Anwendung verschiedener Transfertechniken und Fortbewegungstraining im Rollstuhl oder mit anderen Hilfsmitteln.

Kinästhetik

Zielsetzung: Förderung vorhandener bzw. Anleitung zum Wiedererlernen verloren gegangener Bewegungsmuster wie beispielsweise die Förderung der Eigenbewegung im Bett, Hilfe beim Transfer oder bewusste Belastung der Knochen und Gelenke zum Wiedererlernen der eigenen Belastbarkeit.

Pflege eines Wachkomapatienten

Professionelle Pflege für atemgelähmte Bewohner
Ziel der Betreuung bei unseren atemgelähmten Bewohner ist es, die Symptome und Folgen einer chronischen Unterbeatmung zu vermindern, um damit die individuelle Lebensqualität zu verbessern und den Gesundheitszustand nach Möglichkeit zu stabilisieren.

Vielfach sind, wie bei Personen mit schweren er-worbenen Hirnschädigungen der Rehabilitationsphase F, auch bei atemgelähmten Bewohnern körperliche, motorische und sensorische Fähigkeiten eingeschränkt. Die Notwendigkeit der Beatmung ergibt sich aus objektiv medizinischen Gründen und der Symptomatik des Bewohners unter Berücksichtigung seines Willens.

Ein wesentliches Ziel unserer Spezialpflege ist es, dass Bewohner durch die Heimbeatmung, soweit es ihnen im Rahmen ihrer Behinderung möglich ist, wieder am normalen Alltag teilnehmen können. Somit wird ein Leben auf der Intensivstation, welches ansonsten aufgrund einer Beatmung oft erforderlich ist, vermieden.

Die Pflege und Überwachung unserer atemgelähmter Bewohner erfolgt durch geschultes Personal, das bereits Erfahrungen in der Pflege schwerstpflegebedürftiger Menschen hat. Jeder Beatmungspatient wird außerhalb der Station (Therapie, Speiseraum, Ausflug) ständig von einer Betreuungsperson begleitet, die jederzeit in der Lage ist, den Patienten abzusaugen oder im Notfall helfend einzugreifen.


Therapie, Pflege und ärztliche Versorgung
Die rehabilitative Arbeit am und mit dem Bewohner wird ermöglicht durch eine intensive, interdisziplinäre Zusammenarbeit des pflegerischen Teams, der Therapeuten und des behandelnden Arztes.

Über Bezugspflegekräfte bauen wir zudem eine enge und individuelle Beziehung zum Bewohner auf. Die Bezugspflegekraft ist für eine ganzheitliche Pflege verantwortlich und gleichzeitig Bindeglied zu den Mitarbeitern, die therapeutisch oder medizinisch tätig sind. Ebenso ist die Bezugspflegekraft Ansprechpartner für Angehörige bzw. Bezugspersonen.

Selbstverständlich sind bestimmte Therapien wie Bobath, Affolter oder Basale Stimulation stets aufeinander abgestimmt. Teil und Ergänzung sind auch Beschäftigungstherapien und die Ergotherapie. Die Physiotherapie wird von in der Klinik tätigen Physiotherapeuten geleistet.
Musiktherapie und heilpädagogische Behandlung und Betreuung werden auf Wunsch von externen Kooperationspartnern übernommen.

Alle Therapien sind Teil der Pflege und Therapieplanung und greifen ineinander über. Sie beinhalten auch adaptive Verfahren, wie Hilfsmittelanpassung- und -training.

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